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Posts Tagged ‘Psycho-Drama’

Hallo meine herzen, ich habe den letzten Beitrag überarbeitet und erweitert, sodass er stilistisch zum Prolog von Tigerfüße passt, jetzt mit extra viel homoerotischer Spannung und Homophobie, meiner Meeres-/Piraten-/Meerjungfrauen-Leitmotive und winzigen Anspielungen an meine Sherlockians. Enjoy! ❤

„Scheißvieh, verpiss dich!“

Um 06:18 Uhr morgens, während die erste Flutwelle über japanische Städte schlug, kauerte im Türrahmen zwischen dem Schlafzimmer und dem Flur einer für einer Person zu großen Wohnung im Herzen der Stadt eine rotgetigerte Katze. Ein 33-jähriger Mann lag seitlich auf dem Bett und griff wahllos nach einem geblümten Kissen, dass seine kürzlich erworbene Exfreundin Janine MacKensie ebenso wie das Tier dagelassen hatte. Ein Arm wurde gestreckt, und der Dekoartikel verfehlte die Katze um ein paar Zoll. Es war kein Hass im engeren Sinne, nur ein genereller Groll gegen die Besitzerin, die das Tier in einerseits zurückgelassen, und andererseits Piccadilly getauft hatte – eine Entscheidung, die Sebastian von Anfang an abgestoßen hatte.

Der Mann rollte sich auf den Bauch, wobei eine leere Bierdose zu Boden fiel, und zwischen den Laken wurde nach der Fernbedienung gesucht. Der Flachbildschirm an der gegenüberliegenden Wand, neben einem Kunstdruck von Breakfast At Tiffany’s, setzte sich erst nach mehrmaliger Gewalteinwirkung auf das Batteriefach der Fernbedienung in Gang, und die Kanäle wechselten hektisch. Sebastian brauchte in Stresssituationen Actionfilme oder Pornographie, die ihm allerdings auf allen Sendern verwehrt blieb. Stattdessen Programmunterbrechungen und nervöse Moderatoren in den Nachrichten. Ein wütendes Schnauben, und zwei weitere Kissen schlugen gegen die Wand, mit einem gedämpften Geräusch, dass Sebastians Grundstimmung entgegen stand.

„POFF!“, imitiert er es, mit den Händen die Bewegung einer Explosion formend.

Die Katze hatte weiterhin den Blick auf den Mann gerichtet und zuckte mit dem Schwanz. Sebastian stellte sich Piccadilly als mordlüsternen Doppelagenten seiner Exfreundin vor, und starrte zurück.

„Nicht, wenn ich dir zuvorkomme, du Biest!“

Ein verzerrtes Grinsen auf Sebastian Gesicht, dann zog er sein Handy aus der Hosentasche. Ein paar Fotos wurden zur Seite gewischt und dann der Bildschirm in Richtung der Tür gestreckt.

„Piccadilly! Hey! Miez miez! Das hier – das hier ist der Feind! Erinnerst du dich an die tote Elster, die du ihr geschenkt hast? Sie hat geschrien, sie fand deinen Liebesbeweis eklig! Und sie hat dich kastrieren lassen, weißt du noch? Ich fühle mit dir, mein Bruder, deine edelsten Teile! Du solltest dich von ihr so nicht behandeln lassen! Tu dich mit mir zusammen und ich mache mit dir die ganze verfickte Stadt zu unserer Schlampe! Und dann lasse ich dich umtaufen!“ (mehr …)

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