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Posts Tagged ‘Veränderung’

Ich wickle dein Lächeln in Leinentücher

Verzerre die weißen Lettern bis zu einem

leichtgläubigen Ende der Zeit.

 

In novemberläuternden Augenblicken

trage ich die zwanzig lackierten Särge

fensterloser Atemzüge über die zitternde Erde

aller je verlorener Kindheiten.

 

Im Lichte verschobener Silben

lege ich mich, Liebster welcher nur in Gedanken,

unter dein kastanienfarbenes Leichentuch.

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Dass die Räume geheizt sind
merkt man nicht mehr

Sobald das
was man mehr verachtet
als alles was
je Schaden angerichtet hat
zerfällt

Starrt man aus dem Fenster
und friert

Unter dem Boden
das Schweigen
und Wegdämmern
das plötzliche Angreifen
dessen, was schon lange schleicht

Und eine stumme Zwiesprache
lässt dich Reue spüren
wie Nadeln über Haut gerissen

Man friert noch.
Aber man spürt jetzt die
zirkulierende Luft.

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Eine kleine Fotobearbeitung.

Man schnappe sich seine Kamera, fotografiere im Garten verrottende Ketten, lege einen Weichzeichnungsfilter und einen Sepia-Effekt auf das Bild, füge ein tiefgründiges Zitat mit einer schönen Schriftart ein und voilà.

Aber ernsthaft, so populär diese Technik ist, aus den „schlechten“ Fotos noch was rauszuholen, und wie beliebig es erscheint, da alle so etwas herstellen können, es macht Spaß. Und ich habe angefangen, über das Zitat wirklich ernsthaft nachzudenken.

Wir zerstören tatsächlich das, woran unser Herz hängt, nicht willentlich meist, eher durch die Zeit. Unsere Veränderung, das Wandeln unseres Geistes, Denkens, kreuzt sich mit dem, was wir einmal geliebt habe, anschließend trennen sich die Wege und lassen das Einstige zurück, überlassen es der verblassenden Erinnerung. Ist das nicht auch eine Form des Tötens? Was wir lieben, ist nicht das einzige, das uns beschäftigt. Das Nebeneinander der Liebe, das Zerren aus unterschiedlichen Richtungen durchschneidet schließlich wie gespannte Drähte, das was uns für einen Zeitpunkt trunken vor Sehnsucht macht.

Nicht alles muss so zugrunde gehen, manch eine Liebe soll im Verderben der anderen gewachsen sein, sich mit der Seele verändert haben.

Doch habe ich Angst, das, was ich jetzt so sehr verehre, brauche, was mein Herz in der Brust mich auf meine Zerbrechlichkeit hinweisen lässt, zu verlieren, wie ich auch anderes an die Erinnerung verloren habe.

Manchmal grabe ich, wühle mit den Fingern meines Verstandes in der Erde, wie in einem frischen Grab, an Poe denkend, an das Lebendig-Begraben-Sein. Ein paar mal wurcde ich schon fündig, das langsame, sich dann wieder aufrichtende Pochen des fast Vergessenen.

Dennoch bleibt mir der Trost, zu hoffen, auch die Angst lieben zu können. damit sie vergeht.

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Sprich zu mir:

 

Was musst du fühlen,

der einst goldenes Idol

und mit mühsam entbehrten

Blumen bekränzt

auf deinen Altären rottend

und größer als jedes

Menschen Irren

 

jetzt

da du ein Gelächter

des Verstandes

und dein Lächeln

so einfach zu ersetzen

 

jetzt

da deine Botschaft

schwarze Schlacke geworden

und dein Herzschlag

anderen flutender Schmerz

 

Du sprichst niemals mehr zu uns.

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Man müsste
das Atmen
nur oft genug falten

damit wir geflügelte
Wesen sind

die ihre pendelnden
Arme durch
Fenster stoßen

die sich gegen
das grüne
Glühen
abzeichnen wie
gotische Schlüssel

und ins Meer
gehen

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Oh Alice, bist Du aufgewacht
Aus grausem Wunderland?
„Es war ein schöner Traum“, ach nein,
ein Grinsen hat’s erkannt:
In dem, der dieses Land durchstreift
Muss Irrsinn sein entbrannt.

Dein Abenteuer scheint vorbei
Doch nimmst Du etwas mit.
Die Alice, die ins Erdreich fiel
Ist nicht, die ihm entglitt.
Wer mit Verrückten nur verkehrt,
Der nimmt Verrücktsein mit.

Was hast Du in dem Land erlebt
Geweint, gelernt hast Du,
Dass Nonsens nicht nur Nonsens ist
Und Zeit oft fest dazu.
Es wirft Dein Wissen aus der Bahn
Und bringt Dich aus der Ruh‘.

Am Ende löst sich alles auf,
Doch Welt sich Wundern bückt.
Ach, Alice, glaub mir, dieser Traum
Hat deine Welt erdrückt.
Das, Kind, lässt einen Schluss nur zu:
Du bist, Du bleibst verrückt.


Diese Gedicht entstand, wie man unschwer erkennt, als kreative Antwort auf Lewis Carroll’s grandioses Werk „Alice’s Adventures in Wonderland

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