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Posts Tagged ‘zeit’

Ich wickle dein Lächeln in Leinentücher

Verzerre die weißen Lettern bis zu einem

leichtgläubigen Ende der Zeit.

 

In novemberläuternden Augenblicken

trage ich die zwanzig lackierten Särge

fensterloser Atemzüge über die zitternde Erde

aller je verlorener Kindheiten.

 

Im Lichte verschobener Silben

lege ich mich, Liebster welcher nur in Gedanken,

unter dein kastanienfarbenes Leichentuch.

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Eine kleine Fotobearbeitung.

Man schnappe sich seine Kamera, fotografiere im Garten verrottende Ketten, lege einen Weichzeichnungsfilter und einen Sepia-Effekt auf das Bild, füge ein tiefgründiges Zitat mit einer schönen Schriftart ein und voilà.

Aber ernsthaft, so populär diese Technik ist, aus den „schlechten“ Fotos noch was rauszuholen, und wie beliebig es erscheint, da alle so etwas herstellen können, es macht Spaß. Und ich habe angefangen, über das Zitat wirklich ernsthaft nachzudenken.

Wir zerstören tatsächlich das, woran unser Herz hängt, nicht willentlich meist, eher durch die Zeit. Unsere Veränderung, das Wandeln unseres Geistes, Denkens, kreuzt sich mit dem, was wir einmal geliebt habe, anschließend trennen sich die Wege und lassen das Einstige zurück, überlassen es der verblassenden Erinnerung. Ist das nicht auch eine Form des Tötens? Was wir lieben, ist nicht das einzige, das uns beschäftigt. Das Nebeneinander der Liebe, das Zerren aus unterschiedlichen Richtungen durchschneidet schließlich wie gespannte Drähte, das was uns für einen Zeitpunkt trunken vor Sehnsucht macht.

Nicht alles muss so zugrunde gehen, manch eine Liebe soll im Verderben der anderen gewachsen sein, sich mit der Seele verändert haben.

Doch habe ich Angst, das, was ich jetzt so sehr verehre, brauche, was mein Herz in der Brust mich auf meine Zerbrechlichkeit hinweisen lässt, zu verlieren, wie ich auch anderes an die Erinnerung verloren habe.

Manchmal grabe ich, wühle mit den Fingern meines Verstandes in der Erde, wie in einem frischen Grab, an Poe denkend, an das Lebendig-Begraben-Sein. Ein paar mal wurcde ich schon fündig, das langsame, sich dann wieder aufrichtende Pochen des fast Vergessenen.

Dennoch bleibt mir der Trost, zu hoffen, auch die Angst lieben zu können. damit sie vergeht.

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Sprich zu mir:

 

Was musst du fühlen,

der einst goldenes Idol

und mit mühsam entbehrten

Blumen bekränzt

auf deinen Altären rottend

und größer als jedes

Menschen Irren

 

jetzt

da du ein Gelächter

des Verstandes

und dein Lächeln

so einfach zu ersetzen

 

jetzt

da deine Botschaft

schwarze Schlacke geworden

und dein Herzschlag

anderen flutender Schmerz

 

Du sprichst niemals mehr zu uns.

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Dort, wo ich

in die zarte Haut

deines Rückens

kalte Splitter gepresst habe

sprießen jetzt

weiche Ranken

und verzerren deine Knochen

zu Sandsteinskulpturen

und dort, wo

ich in deine Sehnen

die Wurzeln weben ließ

ziehen die weißen

Finger ihr Wasser

auch aus meinem Blut

während ich an

Tausend Jahre denke

wenn über uns

der Urwald schreitet.

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Prinz, der unter Staub

und Asche der Gezeiten

in grünem Glas

gefesselt lag

 

Dessen Haar von

Mückenflügeln und Erdreich

als blitzende  Fetzen im Wind

tanzte, tanzte

 

Prinz, dessen Augäpfel

mit grauem Staube

matt, wie alte Hände

staunen

 

An deinen leeren Vasen

stehe ich, mehre

die Sehnsucht

deiner Erneuerung

 

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Dein Geist

entwirrt sich

leise

aus den

Kugelschreiberlinien

ich lüge

aus der

einen durchgängigen

Linie

 

Du bist

um mit fremden Worten

zu sprechen

todnachtgedunkelt

aus den

seismographischen Windungen

meiner Zeit

getreten

 

Ich blicke

gefärbt

aus den

blauen Überschneidungen

deiner Silhouette

entlang einer

sinnlosen Linie

reiht man uns auf

 

 

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Haiku II

Im Gleißen des Sees

Schmelzendem Licht der Kindheit

Vorübergehen

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